Was wir brauchen:
- Zylinder
- Kolben mit Kolbenringen
- Nadellager
- Zylinderfußdichtung
- 2 Federringe
So sieht unser Motor jetzt noch aus:
Zunächst schrauben wir den Vergaser, den Krümmer und die Zündkerze ab.
Wenn alles ab ist, beginnen wir die Muttern im Zylinderkopf zu lösen. Dabei bitte vorsichtig sein, die reißen gerne weg!
Nachdem die Muttern ab sind, kann der Zylinderkopf runtergezogen werden.
Den Zylinder nehmen wir als nächstes runter. Einfach hochziehen.
Jetzt kommt ein ganz wichtiger Schritt: Wir stopfen einen Lappen in das offene Kurbelwellengehäuse. So verhindern wir, das irgendwas (z.B. Anlaufscheiben) ins Gehäuse fallen. Die bekommt man nämlich nur noch durch spalten des Motors wieder raus!
Jetzt wird einer der Federringe mit der Zange aus dem Kolben gepopelt. Es reicht nur einen rauszunehmen!
Wenn der Ring draussen ist, drücken wir von der anderen Seite den Kolbenbolzen raus und nehmen den Kolben ab. Dabei fallen die 2 Anlaufscheiben auf den Lappen den ihr hoffentlich reingestopft habt. Anschließend kann das NAdellager rausgenommen werden.
Ihr dürft nun den Lappen kurz aus dem Gehäuse nehmen, und nachdem ihr alle Reste der alten Zylinderfußdichtung entfernt habt, die neue Dichtung aufsetzen. Anschließend den Lappen sofort wieder reinstopfen!
Jetzt wird es etwas fummelig. Der neue Kolben muß montiert werden. Dabei ist erstmal darauf zu achten, das der Pfeil auf dem Kolben zum Krümmer zeigt! Desweiteren müssen die Anlaufscheiben wieder innen zwischen Kolben und Pleuel gesteckt werden. Das erfordert ein wenig Geschick, geht aber dennoch mit der folgenden Methode recht einfach. Ihr steckt den Kolbenbolzen auf der einen Seite in den Kolben, und zwar soweit, das er innen etwas rausschaut. Darüber stülpt ihr innen die 1. Anlaufscheibe.
Jetzt setzt ihr den Kolben vorsichtig aufs Pleuel, achtet dabei drauf das die Scheibe nicht wieder runter fällt. Schiebt dann den Bolzen soweit durch, das er gerade durchs Nadellager reicht. Jetzt könnt ihr von der Seite die 2. Scheibe vorsichtig reinschieben und den Bolzen ganz durchschieben.
Es darf jetzt der 1. Federring eingesetzt, und danach der Bolzen ganz durchgeschoben werden. Wenn der Bolzen ganz am Federring anschlägt, auf der anderen Seite den 2. Ring einsetzen.
Jetzt darf auch der Lappen wieder raus. Als nächstes schnappen wir uns den alten Zylinder, und schrauben die beiden Gewindestäbe raus, die den Vergaser halten. Das rote Zwischenstück nehmen wir auch gleich ab. Nun noch die Schwarzen langen Gummis aus dem alten Zylinder rausziehen. Diese Teile verwenden wir wieder am neuen Zylinder. Bitte jetzt noch mit etwas Schleifpapier die Kanten im neuen Zylinder etwas brechen, den Grat entfernen.
Jetzt wird der neue Zylinder vorsichtig wieder auf die Stehbolzen geschoben. Wenn ihr ihn kurz über dem Kolben habt, beginnt die letzte Fummelei. Ihr müsst jetzt darauf achten, das die Öffnung der Kolbenringe genau an den Knubbeln im Kolben sitzt. Wenn das der Fall ist, greift ihr rechts und links am zylinder an den Kolbenring, und drückt ihn zussammen. Dabei ganz vorsichtig den Zylinder runterwackeln bis er über dem Ring ist. Beim 2. Kolbenring bitte das gleiche Spiel.
Wenn die Zylinderlaufbuchse komplett über beide Ringe drüber ist, könnt ihr den Zylinder vorsichtig nach unten drücken, bis er press am Gehäuse sitzt.
Nun gleich den Kopf draufschieben. Der alte Kopf kann normalerweise wieder verwendet werden.
Jetzt müssen nur noch die 4 Muttern wieder aufgesetzt und festgezogen werden. Zieht die Dinger fest an, aber biite vorsichtig und nicht mit brachialer Gewalt. Die reißen wirklich gerne ab!
Vergaser, Zündkerze und Krümmer wieder dran. Fertig!!!
Nehmt zum einfahren etwas mehr Öl zum Gemisch, und belastet den Motor die ersten 100km nicht. Danach bis 500km die Leistung langsam und gleichmäßig steigern. Dann habt ihr mehr Freude an eurem neuen Zylinder.
Viel Erfolg!


